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Der IQ - Ist Intelligenz wirklich messbar?

Schon seit über 100 Jahren werden von Wissenschaftlern und Psychologen Testmethoden entwickelt, um die „Intelligenz“ der Menschen messen zu können. Da diese Messung nur in gewissen Teilbereichen wie etwa logischem Denken oder räumlichem Vorstellungsvermögen möglich sind, kann man mittels dieser Verfahren nur bedingt Rückschlüsse über die geistige Leistungsfähigkeit eines Individuums schließen.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich eine Vielzahl an Tests und Standards, die unterschiedliche Bereiche abdecken und auch in der Skalierung differenzieren. Zu den Bekanntesten zählen die Tests nach Stanford-Binet, der Wechsler-Intelligenztest mit seinen Varianten HAWIE (für Erwachsene) und HAWIK (für Kinder).

Diese Tests sollten nur von Psychologen durchgeführt werden, da die Interpretation der Ergebnisse ein wichtiger Faktor für die richtige Berechnung des Ergebnisses darstellt. Je nach Methode dauert so ein Test zwischen einer halben Stunde und vier Stunden. Nach Auswertung der Aufgaben wird der Intelligenzquotient nach einer gewissen Formel ermittelt.

Der Durchschnitts-IQ der Bevölkerung liegt etwa in einem Bereich von 85 – 115 und ab etwa 130 spricht man von „Hochbegabten“. Je nach Höhe des IQs erfolgen gewisse Klassifikationen, die die geistige Leistungsfähigkeit abzubilden versuchen. Hierzu sei erwähnt, dass zum Beispiel in Amerika eine ganz andere Skalierung erfolgt, die auch abenteuerliche Werte jenseits der 200 zulässt, während in Europa Werte jenseits der 150 als unrealistisch betrachtet werden.

Obwohl im Internet und in diversen Zeitschriften immer wieder IQ-Tests zu finden sind, können diese Tests keine zuverlässige Aussage über den Intelligenzquotienten eines Menschen machen. Diese Tests machen zwar Spaß und sind oft auch gut für das Ego, aber wer sich ernsthaft testen lassen möchte, der sollte dies von einem geschulten Psychologen durchführen lassen.

IQ - Ist Intelligenz beeinflussbar?

Stillen

Das Stillen hat laut Laut Dr. Richard Martin und Dr. Andrew Lyon einen positiven Einfluss auf den IQ. Dr. Richard Martin und Dr. Andrew Lyon studierten das Leben von 1.400 Babys, die zwischen 1937 und 1939 geboren waren. Es stellte sich heraus, dass Menschen, die als Kinder gestillt wurden, einen signifikant höheren IQ hatten, als Menschen, welche als Kinder mit der Flasche gefüttert worden waren. Zudem hatten Menschen, welche gestillt worden waren, besonders häufig einen höheren Status als ihre Eltern. Sie stiegen 41 % häufiger auf, als Menschen, welche nicht gestillt worden waren.

Unterernährung

Hertzig, Birch, Richardson und Tizard stellten 1972 fest, dass Unterernährung in der frühen Kindheit gravierende Folgen für die Intelligenzentwicklung und das Sozialverhalten von Kindern hat. Sie untersuchten Kinder, die wegen Unterernährung in ein Krankenhaus mussten und danach in ihre Familien zurück kamen. Ihr Durchschnitts-IQ war 58. Clark und Hanisee untersuchten den Lebensweg von aus Entwicklungsländern adoptierten Kindern, die unterernährt waren und traumatische Kindheitserfahrungen gemacht hatten. Die Kinder wurden von amerikanischen Familien aus der oberen Mittelschicht adoptiert. Entgegen der Annahme, dass diese Kinder unter schweren Beeinträchtigungen leiden würden, erwiesen sie sich als überdurchschnittlich intelligent und überdurchschnittlich sozial kompetent. Beim Peabody Picture Vocabulary Test erreichten sie einen IQ von 120, auf der Vineland Social Maturity Scale erreichten sie im Schnitt 137 Punkte. 100 Punkte gelten als Durchschnitt, 137 als außerordentlich gut. Clark und Hanisee kamen zu dem Ergebnis, dass unterernährte und traumatisierte Kinder sich als erstaunlich resilent erweisen, wenn sie in stabile Familienverhältnisse adoptiert werden. Winick, Meyer und Harris untersuchten koreanische Adoptivkinder, die im Alter von unter drei Jahren von amerikanischen Paaren adoptiert wurden. Sie teilten die Kinder in drei Gruppen auf: Eine schwer unterernährte, Grenzfälle und eine ausreichend ernährte. Die schwer unterernährte Gruppe erreichte einen IQ von 102, die Grenzfälle einen IQ von 106 und 112 für die Kinder, welche nicht unterernährt waren. Winick Meyer und Harris kamen zu dem Schluss, dass Unterernährung in der frühen Kindheit einen schädlichen Einfluss auf die Entwicklung des IQs hat, jedoch keinesfalls zu einem Leben mit geistiger Behinderung verdammt. Wenn sie spätestens im dritten Lebensjahr adoptiert werden, so erreichen selbst schwer unterernährte Kinder einen normalen IQ. Die überdurchschnittlichen IQ-Werte der ausreichend ernährten Kinder erklären sich wahrscheinlich durch die Adoptivfamilien. Familien, welchen erlaubt wird ein Kind zu adoptieren, haben in der Regel einen hohen sozioökonomischen Status und können den Kindern besonders gute Lebensbedingungen bieten.

Vernachlässigung

Laut René A. Spitz kann Vernachlässigung im frühen Kindesalter zu Hospitalismus führen. Dieser ist unter anderem durch seelische Retardierung und einen niedrigen IQ gekennzeichnet. Hospitalismus ist jedoch heilbar, wenn das Kind später liebevoll betreut wird. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Versuche von Harry Harlow mit jungen Rhesusaffen.

Wachstumshormone

Je mehr Wachstumshormon IGF-1 (nicht zu verwechseln mit IGF-2) ein Mensch im Blut hat, desto höher ist tendenziell seine Intelligenz. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass das Hormon das Gehirn wachsen lässt. Der IGF-1-Spiegel wird laut David Gunnell von der Universität Bristol durch verschiedene Dinge beeinflusst. Zum Beispiel haben zu früh geborene Kinder in der Regel niedrigere Spiegel des Hormons. Dies würde auch erklären, warum zu früh geborene Kinder häufig Intelligenzrückstände haben. Je älter die Mutter des Kindes zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ist, desto höher ist der Spiegel des betreffenden Hormons und tatsächlich konnte nachgewiesen werden, dass ältere Mütter tendenziell intelligentere Kinder haben. Es könnte eventuell möglich sein, die Intelligenz von Kindern mit einem niedrigen IGF-1-Spiegel durch gezielte Gaben des Hormons zu fördern. Doch muss man dabei auch die Risiken beachten: Das Hormon kann möglicherweise zu Krebserkrankungen führen. Auch wurden hohe IGF-1-Spiegel schon mit Schizophrenie in Verbindung gebracht.

Sonstige

Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft kann Fetales Alkoholsyndrom (auch FAS oder Alkoholemryopathie genannt) verursachen. Dieses geht oft mit geringem IQ einher. Das Fetale Alkoholsyndrom ist die häufigste geistige Behinderung, die nicht genetisch bedingt ist. Und: Sie ist zu 100% vermeidbar.

Wissenschaftler nehmen an, dass Umweltverschmutzung, insbesondere durch Blei, negative Folgen für die Intelligenzentwicklung hat.

Bestimmte Formen der geistigen Behinderung sind genetisch bedingt. Dazu zählen das Down-Syndrom, das Fragiles-X-Syndrom und die Phenylketonurie.


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